Hier eine kleine Aktion, die aus Kommunikationssicht und aus juristischer Sicht interessant ist: Gamestar, ein Onlinehändler aus England hat als Aprilscherz seine Kunden beim Kauf per Checkbox einwilligen lassen, dass Sie Gamestar ihre “unsterbliche Seele verkaufen”. 7500 Käufer haben dem Vertrag zugestimmt.
Zum einen ist dieser Stunt natürlich sehr PR-wirksam. Diese Aktion war eine schöne und kostenlose Werbung für den Händler. Zum anderen sieht man daran, dass fast niemand die komplizierten und umfangreichen Vertragsdetails liest. Für den Gesetzgeber ist das aus meiner Sicht ein klares Signal die Regelungen nicht zu verkomplizieren, sondern zu vereinfachen.
Hier finden man eine schöne Infografik was sich BP alles von den 100 Mrd Dollar an Wertverlust an der Börse hätte kaufen können. Darunter ist Yahoo, einen Pogostick für jedes amerikanische Kind und 10 Jahre Wasserversorgung für die 884 Mio Menschen ohne Zugang zu Frischwasser.
Das Schöne am Social Web ist ja, dass man glasklare Zahlen bekommt. Früher war das z. B. mit reinen Zuschauerzahlen nur auf Basis von einzelnen Sendungen denkbar. Trends auf Basis von Suchanfragen festzustellen, versucht Google schon länger, siehe z. B. hier. Ob mein persönliches, sinkendes Interesse z. B. an der Ölkatastrophe von BP nur gefühlt ist oder an der WM liegt, habe ich mich heute morgen gefragt. Das tolle Mashable hat mir genau diese Frage beantwortet (und sie sich vorher wohl auch selbst gestellt. Für Amerikaner eben).
Die Allgemeinheit scheint sich, wie ich, weniger für dieses Thema zu interessieren. Das ist an sich nicht so interessant. Aber dass man das jetzt messen kann ist bemerkenswert.
Ganze Wirtschaftszweige beschäftigen Horden von Rechtsanwälten um ihre Copyrightansprüche durchzusetzen. Sie behaupten mit angstgeweiteten, aber treuherzigen Augen, dass ihnen durch Plagiate die Geschäftsgrundlage entzogen wird. Musiklabels, Produktdesignern und anderen Hersteller geht es natürlich ums liebe Geld. Das ist verständlich. Aber nicht immer richtig. Und zwar nicht richtig hinsichtlich der Methoden, der Moral (manchmal) und vor allem nicht betriebswirtschaftlich sauber.
Wir bei Wagnerwagner mögen Querdenker. Und hier haben wir so einen: Connor Fester war zum Arbeiten auf den Ölfeldern Nordkanadas und wollte seine verdienten Dollars schick unterbringen. Keine Brieftasche hat ihm gefallen. Also hat er sich eine eigene designt. Und jetzt kommt es: Die Brieftasche hat er unter der Creative Commons lizenziert und stellt sein Design allen zur Verfügung. Für Open-Source-Software ein gängiges Verfahren. Mister Fester gibt also sein Baby aus der Hand. Und hat damit riesigen Erfolg – wie der Sold-out-Button beweist. Die Modebranche übrigens insgesamt verzichtet auf Schutz der Kreation. Denn auf diese Weise befruchtet man sich gegenseitig und ist getrieben besser zu sein als die Konkurrenz. Klagen ist manchmal also nicht der beste Weg.
Update: Hier gibt es eine schöne Auflistung ähnlicher Open-Source Produkte.
Flattr ist ein interessanter Ansatz wie man Geld im Internet verteilt. Er setzt auf eine Art “Trinkgeldmentalität” anstelle von Verlagsideen, die feste Preise für bestimmte Artikel haben möchte. Und genau das könnte die Lösung für die Misere sein. Flattr funktioniert so: Man legt einen monatlichen Betrag fest, den man ausgeben möchte. Also z.B. 2 EUR. Ein Anbieter (Blog oder Software oder Musik) setzt den Button auf sein “Produkt”. Wenn ich als Flattr-Benutzer mich für dieses Produkt bedanken möchte, dann klicke ich auf den Button. Mein monatlicher Betrag wird dann durch die Anzahl der Klicks geteilt und verteilt. Also wenn ich mich diesen Monat 2x bedanken möchte, dann klicke ich 2x auf den Button und jeder bekommt einen Euro. Klicke ich auf keinen Button, wird mein monatlicher Beitrag gespendet. 10% kassiert Flattr in jedem Fall.
Google wagt hier die Prognose: Die deutsche Lena gewinnt den Eurovisionscontest. Auf Basis der Anzahl von Suchanfragen schließt die Maschine auf das Interesse der abstimmenden Länder. Da 50% der Stimmen aber von einer Jury vergeben werden, bezweifle ich die Relevanz dieser Auswertung. Viel interessanter war damals die Vorhersage von Grippeepedemien auf Basis von Suchmaschineanfragen nach Sympthomen. Trotzdem ein interessanter Ansatz. Ich bin gespannt.
1. Eine Suchmaschine im Internet sorgt durch seinen Rückzug aus China (in Verbindung mit dem Verzicht auf die vom Regime geforderte Zensur) für diplomatische Verstimmungen zwischen den Supermächten. Diese Nachricht wäre vor 5 Jahren noch ein Aprilscherz gewesen. Ich denke es ist an der Zeit Sätze wie “Im Internet gibts nur Müll”, “Das bringt mir alles nichts”, “Das wird auch wieder vorbei gehen” und “Ich kann auch ohne das Internetz” zu überdenken. Sofern man jünger als 95 Jahre ist.
2. In den USA verzeichnet Facebook zum ersten Mal mehr Zugriffe pro Tag als Google. Alles fließt.
Einige farbige Bilder aus den 30ern und 40ern findet man hier. Die Kongressbibliothek in Washington hat in den Archiven gestöbert und zeigt Farbbilder aus eine Ära, aus der man normalerweise nur Schwarzweißbilder gewohnt ist.
“Weniger Bürokratie – mehr Effizienz” ist der Claim des Projektes Elektronischer Entgeltnachweis ELENA – nachzuschauen hier. Jede Geschäftsleitung muss sich damit auseinandersetzen und vor allem die Mitarbeiter hinsichtlich des Datenschutzes (zentrale Meldedatei inkl. Fehlzeiten, Sozialleistungen und Streikteilnahmen) informieren. Ob der Claim hier der Wirklichkeit entspricht ist äußerst fraglich. Aus Kommunikationssicht handwerklich fast so schlimm wie der Hinweis aus dem Screenshot bezüglich des Anspruches auf Auskunft was denn die Behörden da alles über einen speichern. Unglaubliches Dilettantentum.
Da bleibt nur noch ein Zitat aus V wie Vendetta. “Ein Volk sollte keine Angst vor seiner Regierung haben. Die Regierung sollte Angst vor seinem Volk haben.”
Welche Suchmaschine die beste ist, kann man natürlich nicht objektiv sagen. Aber subjektiv. Und zwar hier. Man kann ein Stichwort gleichzeitig in Google, Yahoo und Bing suchen lassen und bekommt die Ergebnisse sauber nebeneinander. Interessanterweise ist Bing wirklich gut. Ich freue mich über eure Meinungen.
Hier hat das immer wieder informative Magazin t3n einige Fakten und Mythen über Disclaimer auf Websites begutachtet und bewertet. Das meiste davon ist, wie zu erwarten war, Bullshit und völlig unnötig. Trotzdem ein sehr hilfreicher Artikel, falls man für Websites verantwortlich ist. Wenn man sicher gehen möchte, empfehlen wir wie immer einen Experten zu fragen. An dieser Stelle lege ich für unseren Medienrechtsanwalt Michael Stefan die Hand ins Feuer. Ein herzhaft unrechtsanwaltlicher Anwalt.
Der Peter-und-Paul-Hof in Uigendorf hilft sich selbst und vermarktet seine Produkte wie Milch, Eier, Wurst und Käse mit Erfolg via Automaten u.a. vor Supermärkten. Was für ein tolles Marketing (im eigentlichen Sinne: das Führen eines Unternehmens nach den Erfordernissen des Marktes). Denn die Menschen würden gerne lokale Produkte vom Bauern um die Ecke kaufen. Hinfahren und die Öffnungszeiten von 18:45 – 19:00 zu schaffen ist eben manchmal schwer.
Ich halte diesen Weg des Direktabsatzes für weitaus besser als komische Deutschland(?)-Kühe zwecks Hinweis auf den unfaieren Milchpreis aufzustellen und generell auf Subventionen aus Steuergeldern zu hoffen bzw. zu kassieren. Falls Sie übrigens wissen möchten was ihr Bauer um die Ecke so von ihnen an Steuergeldern bekommt, können Sie das hier einfach nachschauen.
Wagnerwagner arbeitet nicht für Parteien. Was nicht heißt, dass die Kollegen nicht politisch intereressiert sind. Und das Netz hilft bei der Entscheidungsfindung. Was auch gleich die schlechte Nachricht für Politiker ist – denn das Netz vergisst wenig. Hier kann man z.B. nachvollziehen ob dein Abgeordneter für oder gegen die Netzzensur gestimmt hat.
Dieses Video des zweitgrößten Aquariums der Welt ist schön. Und hat man schon des öfteren gesehen. Sie hat aber auch einen interessanten Hintergrund: Normalerweise ist das Hinterlegen eines Videos mit einem Musikstück verboten. Findet Youtube & Co so etwas dann wird das Video gelöscht. Durchgesetzt hat diese Praxis die Marktmacht der Musikverlage und andere Organisationen, bzw. die Gema möchte nur Geld dafür haben. Argument ist, dass diese Art der Piraterie Umsätze kostet. So ganz stimmt das aber nicht: Um die immer in den Kommentaren folgende Fragen nach der verwendeten Musik vorab zu beantworten, hat der Uploader des Videos den Name des Stückes schon in den Titel eingefügt. Das Ergebnis in diesem Fall sind Abverkäufe und Konzertbuchungen en masse für die Musiker. Diese haben sich hier dafür bedankt:
Ganz nebenbei: Nachdem Monty Python in ihren Youtube Kanal sämtliche Sketche online gestellt haben ist nicht ganz das Null-Umsatz-Horrorszenario passiert, welches von den Chefetagen erwartet wurde. Duie Umsätze auf Amazon stiegen um 23 000 % (in Worten: Dreiundzwanzigtausend)
Wir sind es gewohnt, dass sämtliche Angebot im Social-Web2.0 kostenlos sind. Dafür machen die Anbieter auch was sie wollen. Ein Geben und Nehmen eben. Abgrenzungen wie z.B. erweiterte Funktionen bei Xing sind im Kommen. Legacylocker geht einen anderen Weg: Vertrauen durch Kosten. Also den bewussten Verzicht auf ein kostenloses Angebot. Und in diesem Geschäftsmodell ist diese Strategie richtig und Teil der Kommunikation. Legacylocker bieten eine Onlinesafe an, der den Hinterliebenen im Fall der Fälle die Zugangsdaten für z.B. den Mailaccount, Registrierungen bei anderen Plattformen oder sogar Nachrichten an die richtigen Menschen anbietet. Aber eben für Geld. Das stärkt mein Vertrauen darin, dass die Anbieter nicht in zwei Jahren ihr Geschäft einstampfen.
Neologismen findet man in der heutigen Zeit wie Sand am Meer, so soll es wirklich Menschen geben deren Computer “unmausbar” ist.
Die Zeit fordert Ihre Opfer in Form von alten Wörtern! Daher hat es sich die Seite “Safe The Words” zur Aufgabe gemacht, alte Wörter vor der Vergessenheit zu bewahren und sie zur Adoption freizugeben. Nach wenigen Klicks ist man stolze/r Mutter / Vater von einem alten Wort und bekommt sogar eine offizielle Adoptionsurkunde per E-Mail zugesand.
Die Presse zitiert gerne aus dem ifo-Geschäftsklimaindex und warnt ggf. lautstark. Eine genaue Definition findet man wie immer auf Wikipedia. Interessant sind an der Stelle zwei Tatsachen hinsichtlich der Stichhaltigkeit und Auswirkung auf Einkaufsleiter und Unternehmenslenker in Deutschland:
- Dienstleister werden nicht nach ihrer Meinung über die Aussichten gefragt
- Eine Trendwende wird postuliert, sobald das MCD-Maß ausschlägt (months of critical dominance). Klingt weitaus professioneller als “3 Monate nacheinander schlechte Stimmung.
Unter http://www.der-englisch-blog.de/ gibt es jeden Tag ein wenig Englischunterricht. Und nicht nur für Anfänger. Oder was ist auf die Schnelle der Unterschied zwischen “used to” und “would”?
Der Kniff: Alles wird mit Filmen, Musik usw. erklärt. Anhand eines Coldplayliedes bekommt man jeden Tag also einen Schnipsel mehr Wissen. Sehr schön! Sehr nützlich!