Lamy reagiert schnell: Vor einigen Tagen war ein Video populär (fast 3 Mio Views), in dem der tschechische Präsident Vaclav Klaus während einer Pressekonferenz einen Stift klaut. Lamy nutzt dies für seine Unternehmenskommunikation und baut schnell ein virales Video daras. Der Titel lautet “Design, das verführt”. Hut ab!
Ein Mann in Toronto hat folgendes Experiment gemacht: Menschen, die ihn auf der Strasse nach Geld gefragt haben, bekamen eine Prepaid-Kreditkarte ausgehändigt. Er bat darum diese Karte zurückzubringen, nachdem die Leute die Dinge davon gekauft haben, für was sie gebettelt haben. Die Ergebnisse waren interessant und vielfältig. Sie gingen von McDonalds zum kleinen Preis bis zur nicht zurückgegebenen Karte, ohne etwas abgehoben zu haben. Wer genaues nachlesen möchte findet den Artikel hier.
Aber warum ist dieses Experiment im Wagnerwagner-Blog? Weil ich denke, dass eine solche Aktion – und deren Publikation – die perfekte Werbung für die Prepaid-Kreditkartenanbieter wäre. Denn es bringt auf interessante Weise den Produktnutzen auf den Punkt und erklärt es anschaulich. Ich wäre gespannt auf die Reaktionen im Social Web und ob es Nachahmer der Aktion geben würde.
Manchmal entstehen in der kreativen Masse hervorragende Idee. Diese greift dann eine Agentur auf und adaptiert sie auf ihren Kunden bzw. dessen Produkt. Leicht und nichtssagend ist das mit visuellen Ideen wie z.B. die Tiltshift-Optik der aktuellen Telekom-Anzeigen. Wenn man aber inhaltliche Ideen umsetzt, dann kann das gut werden. Subaru bedient sich der Idee Wir-setzen-normale-Menschen-in-Rennwagen-und-filmen-dabei-ihr-Gesicht. Die Aussage ist eine einfache: Das neue Subaru-Flagschiff WRX STI hat verdammt viel Leistung. Und hier kippt für mich die oft zitierte “Das ist nur geklaut” Kritik. Es ist definiv geklaut. Aber sehr sinnvoll. Und wirksam.
Die beliebte “I´m on an Horse” Kampagne geht heute offiziell zu Ende. Und sie war außerordentlich erfolgreich. Nicht zuletzt weil es eine echte Strategie dahinter gab: Zuerst einmal anfüttern, dann weitere Spots nach genau der richtigen Zeit. Und dann (und das war einigermaßen neu) von Leuten via Twitter vorgeschlagene Spots umsetzen. Darunter war sogar ein Heiratsantrag. Also zuerst via Facebook die Kampagne anlaufen lassen. Dann Weiterverbreitung via Mails. Dann nachlegen. Dann Interaktion via Twitter. “Old Spice hört zu und macht was der Kunde will” ist die Message. Das Briefing “nehmt Old Spice das Opa-Image” ist zu 100% umgesetzt (auch wenn Old Spice schon lange vorher mit skurilen Spots daherkam).
Die Zahlen:
- 600 000 Freunde auf Facebook
- 33 Mio Spotabrufe
- 120 000 Kommentare
- Budget: Sehr überschaubar
- Weltrekord im Bereich “die meisten Views innerhalb der ersten 24 nach Launch”. Noch vor Obamas Antrittsrede, Bush wird von einem Schuh getroffen und Susan Boyle.
Und das alles als eine Werbekampagne und nichts Krankes oder Zufälliges. Hut ab.
Nach Monopoly lässt Hasbro nun Trivial Pursuit online spielen. Angereichert mit der Grundsatzfrage welches Geschlecht das klügere ist kann man hier viel Spass damit haben. Da fällt mir ein dass ich mir mal wieder eine neue Edition kaufen muss.
Fujifilm Binoculars USA ist mein Held des Tages: Die Welt lacht über den HTML-Quelltext dieser Seite. Der Webdesigner scheint des öfteren die Dienstanweisung erhalten zu haben, dass die Schriftgröße 8 genommen werden soll. Als Ergebnis enthält der Quelltext der Seite unzählige Schriftgrößensteuerzeichen. Das wäre so unfähig (aber witzig) wie es nur geht. Laut Quelltext ist die Seite auch mit dem Web-Studio für Windows erstellt worden. Nicht gerade das bevorzugte Werkzeug guter Umsetzer. Einiges spricht also für Pfusch am Bau.
Aber es könnte auch anders sein. Und jetzt wird es nerdy.
Hier der Quelltext als Grafik auf der Seite liegend:
Und hier die Aussicht aus dem obersten Stockwerk der Firmenzentrale im japanischen Saitama – Blickrichtung Berg Fuji
Und jetzt diese beiden Grafiken übereinander:
Lerneffekt:
1. Man kann nicht nicht kommunizieren!
2. Nicht wenige Menschen schauen auf den Quelltext von Seiten
Ausgangsbasis ist wie so oft ein herausragendes Produkt: Ein Bluetooth-Headset, welches störende Geräusche wie z.b. Verkehrslärm beim telefonieren, herausfiltert.
Als Erfolgsgaranten obenauf:
1. Investition in Produktdesign
2. Ansprechendes Kommunikationsdesign
3. Produktnutzen visuell erfahrbar machen in Videodemos
4. Viralspots die man hier findet
Ein paar Worte zu den Spots: Sie sind nicht nur aufwendig produziert, sondern auch noch witzig, mutig und überraschend. Der Produktnutzen wird spät im Spot kommuniziert und spielt doch die Hauptrolle. Sehr durchdacht ist die Möglichkeit am Ende der Spots diesen Clip bei Digg.com u.ä. einzubinden.