Standardmäßig installieren wir unseren Kunden das bewährte Google Analytics. Als Zugriffsstatistik halten wir dieses kostenlose Werkzeug für sehr sinnvoll, um anstehende Entscheidungen in der Kommunikation mit Daten zu unterfüttern. Ein einfaches Beispiel: Ob man eine englische Version der Website entwickeln soll, sagen einem einem neben der strategischen Ausrichtung des Vertriebes, die schlichten Besucherzahlen aus dem Ausland. So haben wir beipielsweise einen Kunden, der völlig überrascht davon war, dass 1/3 seiner Besucher aus den USA kommen. Oder ein anderer Kunde hat durch eine einfache Anpassung im Bestellprozess deutlich mehr Umsatz generiert – nachdem man gesehen hat, dass die Kunden zwar im Shop sind und Waren in den Warenkorb legen, dann aber abbrechen. Dies sind einfachste Basics. Analytics kann aber auch abgefahrene Aufgaben lösen wie z.B. “wenn ich zwei Versionen meiner Website ins Netz stelle und 50% auf jede Version schicke, welche ist dann die erfolgreichere”. Daher raten wir den weitaus meisten unserer Kunden Analytics zu nutzen und kein Geld für eine kostenpflichtige Trackingsoftware auszugeben.
Die Kehrseite der Datenmedallie sind aber Bedenken hinsichtlich des Datenschutzes. Wenn man es darauf anlegt, kann man sehen was jeder Besucher genau macht. Ein Besucher ist in diesem Fall eine eindeutige IP-Adresse. Und manche Menschen haben dabei ein mulmiges Gefühl. Da die Adresse aber dynamisch vergeben wird, kann man ohne Zugriff auf die Provider nicht darauf schließen, wer der Besucher war. Und solch einen Zugriff bekommen selbst Staatsanwälte nur sehr schwer. Daher halte ich die Bedenken für unbegründet. Für alle anderen bessert Google jetzt nach. Man kann jetzt die genau Auflösung abschalten ohne große Auswertungen zu verlieren. Damit ist Analytics wieder salonfähig. Auf Surferseite stellt Google hier eine Erweiterung für den Browser zur Verfügung, die verhindert, dass seine Daten erfasst werden.
Flattr ist ein interessanter Ansatz wie man Geld im Internet verteilt. Er setzt auf eine Art “Trinkgeldmentalität” anstelle von Verlagsideen, die feste Preise für bestimmte Artikel haben möchte. Und genau das könnte die Lösung für die Misere sein. Flattr funktioniert so: Man legt einen monatlichen Betrag fest, den man ausgeben möchte. Also z.B. 2 EUR. Ein Anbieter (Blog oder Software oder Musik) setzt den Button auf sein “Produkt”. Wenn ich als Flattr-Benutzer mich für dieses Produkt bedanken möchte, dann klicke ich auf den Button. Mein monatlicher Betrag wird dann durch die Anzahl der Klicks geteilt und verteilt. Also wenn ich mich diesen Monat 2x bedanken möchte, dann klicke ich 2x auf den Button und jeder bekommt einen Euro. Klicke ich auf keinen Button, wird mein monatlicher Beitrag gespendet. 10% kassiert Flattr in jedem Fall.
Google wagt hier die Prognose: Die deutsche Lena gewinnt den Eurovisionscontest. Auf Basis der Anzahl von Suchanfragen schließt die Maschine auf das Interesse der abstimmenden Länder. Da 50% der Stimmen aber von einer Jury vergeben werden, bezweifle ich die Relevanz dieser Auswertung. Viel interessanter war damals die Vorhersage von Grippeepedemien auf Basis von Suchmaschineanfragen nach Sympthomen. Trotzdem ein interessanter Ansatz. Ich bin gespannt.
Ein schönes Beispiel für das integrative Zusammenspiel von Marketing und Vertrieb: SIGG, der Hersteller hervorragender Trinkflaschen, tut sich mit Cafepress.com zusammen und erlaubt dem interessierten Kunden personalisierte SIGG-Flaschen selbst zu designen und dann zu bestellen. Alles unter dem grünen Argument, dass man damit Plastikflaschen einspart. Die Bedienung des Designers funktioniert und sieht gut aus. Mass-Customisation die funktioniert. Und die Kunden zahlen viel dafür. Bei SIGG hat man genau verstanden wie die Zielgruppe tickt.
Unter http://www.hej-community.de/ hat Ikea eine Community gestartet. Was auf den ersten Blick als richtige Entscheidung daherkommt – schließlich sind die IKEA Kunden höchstwahrscheinlich im Social Web sehr aktiv – entpuppt sich als kommunikativer Rohrkrepierer. Da hilft auch kein Beta-Aufkleber. Außerdem macht man das seit 2004 nicht mehr. Aber schon alleine dieser Punkt sagt vieles.
Generell gibt es nette Funktionen wie z.B. der Austausch zwischen Ikeakunden, das Angeben mit seiner eigenen Einrichtung usw. Es scheint aber als ob die ganzen Mitglieder dafür bezahlt werden bzw. Agenturmenschen sind. Das ist einfach nicht authentisch. Und die Zielgruppe hat ein sehr feines Gespür für so einen Marketingbullshit. Aus meiner Sicht entsteht ein Imageschaden. Und meine Kritik war nur aus konzeptioneller Sicht. Technisch gesehen haben die Berater völlig versagt: Flash als Basis ist erklärter Schwachsinn. Nur ein Argument: Kein iPhone kann auf die Seite zugreifen. Schade. Eine große Chance vertan. Dann doch lieber eine Facebbook-Gruppe aufmachen und moderieren. Das wäre weitaus günstiger und zielgerichteter.
Welche Suchmaschine die beste ist, kann man natürlich nicht objektiv sagen. Aber subjektiv. Und zwar hier. Man kann ein Stichwort gleichzeitig in Google, Yahoo und Bing suchen lassen und bekommt die Ergebnisse sauber nebeneinander. Interessanterweise ist Bing wirklich gut. Ich freue mich über eure Meinungen.
Nach Monopoly lässt Hasbro nun Trivial Pursuit online spielen. Angereichert mit der Grundsatzfrage welches Geschlecht das klügere ist kann man hier viel Spass damit haben. Da fällt mir ein dass ich mir mal wieder eine neue Edition kaufen muss.
Früher hat die Musikindustrie die Verkaufszahlen zu Hitlisten aggregiert. Wie akkurat oder wie unabhängig das war konnte ich persönlich nie genau sagen. TheNextBigSound geht anders vor um die Bekanntheit hzw. Beliebtheit von Künstlern zu messen: Anzapfen von Plattformen wie Twitter, last.fm, Myspace, Facebook u.a. und Daten auslesen wieviel was gespielt wird und über was geredet wird. Der Nutzwert ist gering, aber trotzdem irgendwie interessant. Und sieht gut aus.
Während in Deutschland die Chefs der Verlagshäuser jammern und nach Staatshilfe rufen, ergreift in den USA die New York Times immer wieder die Chancen im Web. Hervorragende Nutzung des Mediums, Verständnis von Technologie und dem Netz im Allgemeinen werden gekrönt durch die Offenlegung der API vor einigen Monaten. Nun der nächste Streich: Lokale Online-Ableger für Stadtteile. Technisch kein großer Aufwand; redaktionell abdeckbar und nachgefragt durch die Leser. Deutsche Zeitungsverleger würden abwinken mit Hinweis auf die Kosten. Die Lösung dafür ist eine technische. Und einfach dazu: Finanzierung über ultralokale Werbung. Einem Leser in Straße X gibt man die Werbung des Restaurants in Straße X.
Die Reaktion der deutschen Presseleute auf den Plan, dass Leser redaktionelle Inhalte beisteuern dürfen, kann man sich denken. Daher wage ich an dieser Stelle eine Vorhersage: Lokalzeitungen wie wir sie kennen werden massive Probleme haben. Die Gründe dafür sind vielfältig. Aber es liegt nicht daran, dass die Menschen keine Nachrichten lesen. Sie nutzen sie einfach, wie sie möchten. Und etablierte Verlage können mit ihrem Dinosaurierdenken dieses nicht liefern. Die Zukunft gehört kleinen Onlineanbietern, die mit Freien und Lesern lokale Nachrichten schnell (und hoffentlich gut) aufbereiten. Finanziert durch lokale Werbung. Wir hören uns in 2012.
Unter Urbanartguide versorgt Adidas die Zielgruppe mit einer IPhone-Application zum Thema Streetart in Berlin. Markenschärfung effektiv, schön, relativ günstig. Wie es sein soll. Adidas zeigt damit dass sie die Zielgruppe kennt und versteht, auf Ballhöhe ist und zugleich technisch versiert. Da kann Nike dagegen einpacken. Allerdings hätte ich erwartet, dass diese Aktion Puma durchzieht.
Oddcast bietet eine Flash-Anwendung in der man Bilder in 3D simulieren kann. Hierbei kann das Bild verzerrt, emotional verändert oder gealtert werden. Die Anwendung verfügt über eine automatische Gesichtserkennung und zu guter Letzt kann der Animation noch Sprache hinzugefügt werden.
Alternativeto ist eine sehr hilfreiche Seite die Softwarealternativen zu den verschiedenesten Programmen gibt. Hierbei handelt es sich nicht nur um kostenlose Alternativen. Eine Gliederung zwischen Mac, Linux und Windows ist ebenso vorhanden.
Nanocrowd ist eine Suchmaschine speziell für Filme. Die Suchmaschine verfügt über eine sehr ausgereifte Autovervollständigung, somit können Filme schnell gefunden werden. Benutzer können Filme bewerten oder sich Filme nach dem eigenen Geschmack vorschlagen lassen.
Wie die New-York Times hat auch der englische Guardian seine API offen gelegt. Das bedeutet, dass man der Allgemeinheit seine Daten zur Verfügung stellt und diese dann z.b. grafisch auswerten oder anpassen darf. Manager hätten bei dieser Idee vor 2 Jahren noch gegruselt, heute gehört es zum guten Ton. Was passiert ist natürlich, dass auch allerlei Schabernack getrieben wird (neben wirklich tollen Ideen, auf die Besitzer der Daten so nicht gekommen sind). So hat ein Leser das Aufkommen von Swearwords in Artikeln ausgewertet. Das bemerkenswerteste daran: Der Guardian kehrt diese Auswertung nicht unter den Teppisch, sondern widmet ihm einen Artikel auf der eigenen Seite. Gute Kommunikation!
Das Mashup Qlock bietet die Möglichkeit die aktuelle Ortszeit über das Interface von Google Maps zu betrachten. Als Feature wurde eine Autovervollständigung in der Suchmaske eingebunden, wobei bei der Eingabe direkt auf Google Maps gesprungen wird.
Hier zu finden.
Was Kinder im Durchschnittsalter von 12 bis 16 Monaten lernen, muss in diesem Flash basierten Online-Spiel noch einmal von vorne geschehen.
QWOP, der Titel ist Programm, denn nur diese vier Tasten stehen dem Benutzer zur Verfügung um einer recht sportlich anmutenden Spielfigur über eine 100 Meter lange Strecke zu helfen. Ob das in einer aufrechten Laufposition oder einem kriechendem “Etwas” geschieht, ist auf den ersten 50 Metern sekundär, denn dann erlebt man die erste kleine Überraschung.
Erstaunlich ist der realitätsgetreue Bewegungsablauf, welcher von Dr. Bennett Foddy (Princeton University) in diesem Spiel umgesetzt wird, jedoch nur, wenn man die koordinierte Abfolgen von Einzelbewegungen versteht.
Mashups sind Mischungen aus verschiedenen Anwendungen, die eigentlich nichts miteinander zu tun haben. Durch die Kombination entstehen aber oft sinnvolle oder zumindest kuriose Anwendungen. Möglich wird dies durch den Sinneswandel bei Entwicklern und Herstellern von Software, die ihre Anwendungen nicht mehr technisch abschotten (ggf. aus Sicherheitsgründen), sondern erkennen, dass mit Hilfe von Kollaborationen weitere Produkte entstehen. Schon alleine durch Offenlegung der optischen Ausgabe kann man Mashups entwickeln. So kann man jetzt schon, sofern man das möchte, mit dem aktuellen Datenbestand von Amazon einen Webshop mit komplett anderem Layout oder Navigation herstellen.