Hier eine kleine Aktion, die aus Kommunikationssicht und aus juristischer Sicht interessant ist: Gamestar, ein Onlinehändler aus England hat als Aprilscherz seine Kunden beim Kauf per Checkbox einwilligen lassen, dass Sie Gamestar ihre “unsterbliche Seele verkaufen”. 7500 Käufer haben dem Vertrag zugestimmt.
Zum einen ist dieser Stunt natürlich sehr PR-wirksam. Diese Aktion war eine schöne und kostenlose Werbung für den Händler. Zum anderen sieht man daran, dass fast niemand die komplizierten und umfangreichen Vertragsdetails liest. Für den Gesetzgeber ist das aus meiner Sicht ein klares Signal die Regelungen nicht zu verkomplizieren, sondern zu vereinfachen.
Standardmäßig installieren wir unseren Kunden das bewährte Google Analytics. Als Zugriffsstatistik halten wir dieses kostenlose Werkzeug für sehr sinnvoll, um anstehende Entscheidungen in der Kommunikation mit Daten zu unterfüttern. Ein einfaches Beispiel: Ob man eine englische Version der Website entwickeln soll, sagen einem einem neben der strategischen Ausrichtung des Vertriebes, die schlichten Besucherzahlen aus dem Ausland. So haben wir beipielsweise einen Kunden, der völlig überrascht davon war, dass 1/3 seiner Besucher aus den USA kommen. Oder ein anderer Kunde hat durch eine einfache Anpassung im Bestellprozess deutlich mehr Umsatz generiert – nachdem man gesehen hat, dass die Kunden zwar im Shop sind und Waren in den Warenkorb legen, dann aber abbrechen. Dies sind einfachste Basics. Analytics kann aber auch abgefahrene Aufgaben lösen wie z.B. “wenn ich zwei Versionen meiner Website ins Netz stelle und 50% auf jede Version schicke, welche ist dann die erfolgreichere”. Daher raten wir den weitaus meisten unserer Kunden Analytics zu nutzen und kein Geld für eine kostenpflichtige Trackingsoftware auszugeben.
Die Kehrseite der Datenmedallie sind aber Bedenken hinsichtlich des Datenschutzes. Wenn man es darauf anlegt, kann man sehen was jeder Besucher genau macht. Ein Besucher ist in diesem Fall eine eindeutige IP-Adresse. Und manche Menschen haben dabei ein mulmiges Gefühl. Da die Adresse aber dynamisch vergeben wird, kann man ohne Zugriff auf die Provider nicht darauf schließen, wer der Besucher war. Und solch einen Zugriff bekommen selbst Staatsanwälte nur sehr schwer. Daher halte ich die Bedenken für unbegründet. Für alle anderen bessert Google jetzt nach. Man kann jetzt die genau Auflösung abschalten ohne große Auswertungen zu verlieren. Damit ist Analytics wieder salonfähig. Auf Surferseite stellt Google hier eine Erweiterung für den Browser zur Verfügung, die verhindert, dass seine Daten erfasst werden.
Flattr ist ein interessanter Ansatz wie man Geld im Internet verteilt. Er setzt auf eine Art “Trinkgeldmentalität” anstelle von Verlagsideen, die feste Preise für bestimmte Artikel haben möchte. Und genau das könnte die Lösung für die Misere sein. Flattr funktioniert so: Man legt einen monatlichen Betrag fest, den man ausgeben möchte. Also z.B. 2 EUR. Ein Anbieter (Blog oder Software oder Musik) setzt den Button auf sein “Produkt”. Wenn ich als Flattr-Benutzer mich für dieses Produkt bedanken möchte, dann klicke ich auf den Button. Mein monatlicher Betrag wird dann durch die Anzahl der Klicks geteilt und verteilt. Also wenn ich mich diesen Monat 2x bedanken möchte, dann klicke ich 2x auf den Button und jeder bekommt einen Euro. Klicke ich auf keinen Button, wird mein monatlicher Beitrag gespendet. 10% kassiert Flattr in jedem Fall.
Ein schönes Beispiel für das integrative Zusammenspiel von Marketing und Vertrieb: SIGG, der Hersteller hervorragender Trinkflaschen, tut sich mit Cafepress.com zusammen und erlaubt dem interessierten Kunden personalisierte SIGG-Flaschen selbst zu designen und dann zu bestellen. Alles unter dem grünen Argument, dass man damit Plastikflaschen einspart. Die Bedienung des Designers funktioniert und sieht gut aus. Mass-Customisation die funktioniert. Und die Kunden zahlen viel dafür. Bei SIGG hat man genau verstanden wie die Zielgruppe tickt.
Unter http://www.hej-community.de/ hat Ikea eine Community gestartet. Was auf den ersten Blick als richtige Entscheidung daherkommt – schließlich sind die IKEA Kunden höchstwahrscheinlich im Social Web sehr aktiv – entpuppt sich als kommunikativer Rohrkrepierer. Da hilft auch kein Beta-Aufkleber. Außerdem macht man das seit 2004 nicht mehr. Aber schon alleine dieser Punkt sagt vieles.
Generell gibt es nette Funktionen wie z.B. der Austausch zwischen Ikeakunden, das Angeben mit seiner eigenen Einrichtung usw. Es scheint aber als ob die ganzen Mitglieder dafür bezahlt werden bzw. Agenturmenschen sind. Das ist einfach nicht authentisch. Und die Zielgruppe hat ein sehr feines Gespür für so einen Marketingbullshit. Aus meiner Sicht entsteht ein Imageschaden. Und meine Kritik war nur aus konzeptioneller Sicht. Technisch gesehen haben die Berater völlig versagt: Flash als Basis ist erklärter Schwachsinn. Nur ein Argument: Kein iPhone kann auf die Seite zugreifen. Schade. Eine große Chance vertan. Dann doch lieber eine Facebbook-Gruppe aufmachen und moderieren. Das wäre weitaus günstiger und zielgerichteter.
Welche Suchmaschine die beste ist, kann man natürlich nicht objektiv sagen. Aber subjektiv. Und zwar hier. Man kann ein Stichwort gleichzeitig in Google, Yahoo und Bing suchen lassen und bekommt die Ergebnisse sauber nebeneinander. Interessanterweise ist Bing wirklich gut. Ich freue mich über eure Meinungen.
Hier hat das immer wieder informative Magazin t3n einige Fakten und Mythen über Disclaimer auf Websites begutachtet und bewertet. Das meiste davon ist, wie zu erwarten war, Bullshit und völlig unnötig. Trotzdem ein sehr hilfreicher Artikel, falls man für Websites verantwortlich ist. Wenn man sicher gehen möchte, empfehlen wir wie immer einen Experten zu fragen. An dieser Stelle lege ich für unseren Medienrechtsanwalt Michael Stefan die Hand ins Feuer. Ein herzhaft unrechtsanwaltlicher Anwalt.
Die Familie Oliveri aus dem Piemont stellt diverse italienische Köstlichkeiten her. Und macht dabei aus Kommunikationssicht alles gut. Davon ausgegangen, dass es hervorragende Produkte sind, stellen wir an dieser Stelle vor, wie auch ein kleiner Betrieb mit wenigen Mitteln gute Werbung machen kann. Die Sauberkeit und Stringenz des Auftrittes hinterlässt in mir das Gefühl “Wenn die schon in der Kommuniaktion so sauber arbeiten, dann vertraue ich auf die Qualität der Produkte und probier´ das ganze mal.” Im Detail spreche ich von den Zutaten:
- Investition in Produktfotografie
- Investition in Verpackungsdesign
- authentische Hintergrundinfos zum Unternehmen und dem Herstellungsprozess
- Schönes Screendesign
- Liebe zum Detail wie z.B. die automatische Sprachwahl anhand der Browsersprache.
Dieses Video des zweitgrößten Aquariums der Welt ist schön. Und hat man schon des öfteren gesehen. Sie hat aber auch einen interessanten Hintergrund: Normalerweise ist das Hinterlegen eines Videos mit einem Musikstück verboten. Findet Youtube & Co so etwas dann wird das Video gelöscht. Durchgesetzt hat diese Praxis die Marktmacht der Musikverlage und andere Organisationen, bzw. die Gema möchte nur Geld dafür haben. Argument ist, dass diese Art der Piraterie Umsätze kostet. So ganz stimmt das aber nicht: Um die immer in den Kommentaren folgende Fragen nach der verwendeten Musik vorab zu beantworten, hat der Uploader des Videos den Name des Stückes schon in den Titel eingefügt. Das Ergebnis in diesem Fall sind Abverkäufe und Konzertbuchungen en masse für die Musiker. Diese haben sich hier dafür bedankt:
Ganz nebenbei: Nachdem Monty Python in ihren Youtube Kanal sämtliche Sketche online gestellt haben ist nicht ganz das Null-Umsatz-Horrorszenario passiert, welches von den Chefetagen erwartet wurde. Duie Umsätze auf Amazon stiegen um 23 000 % (in Worten: Dreiundzwanzigtausend)
Bei Thinkgeek gibt es einen tollen Wecker. Dieser überweist bei Nutzung der Snooze-Funktion einen bestimmten Betrag an eine Organisation deiner Wahl. Um die Aufwachmotivation zu fördern sollte das natürlich ein passendes Negativbeispiel sein. Ein Metzger könnte also 10 EUR an PETA überweisen. Ob das Gerät auch in Deutschland überweisen kann, wird leider nicht klar.
Wir sind es gewohnt, dass sämtliche Angebot im Social-Web2.0 kostenlos sind. Dafür machen die Anbieter auch was sie wollen. Ein Geben und Nehmen eben. Abgrenzungen wie z.B. erweiterte Funktionen bei Xing sind im Kommen. Legacylocker geht einen anderen Weg: Vertrauen durch Kosten. Also den bewussten Verzicht auf ein kostenloses Angebot. Und in diesem Geschäftsmodell ist diese Strategie richtig und Teil der Kommunikation. Legacylocker bieten eine Onlinesafe an, der den Hinterliebenen im Fall der Fälle die Zugangsdaten für z.B. den Mailaccount, Registrierungen bei anderen Plattformen oder sogar Nachrichten an die richtigen Menschen anbietet. Aber eben für Geld. Das stärkt mein Vertrauen darin, dass die Anbieter nicht in zwei Jahren ihr Geschäft einstampfen.
Hier kann man die aktuelle Entwicklung der Brandkatastrophe in Südaustralien verfolgen und genauere Informationen zur Brandart oder der Anzahl eingesetzter Feuerwehrfahrzeuge abrufen.
Experten gehen davon aus, dass die Australische Bevölkerung erstmals ein solches Portal benutzen wird, um herauszufinden, ob ihre Häuser möglicherweise gefährdet sind.
Diese Tatsache wurde heute bekannt gegeben. Hoffentlich erinnern sich noch einige Manager an Mitte der Neunziger, als sie am Kaffeeautomaten über diesen Internetkindergarten gelacht haben. Sofern diese Manager heute noch da sind.
Onlinehändler sollten ihr Marketingbudget zunehmend in gezieltes Suchmaschinenmarketing fließen lassen anstatt sich lediglich auf die Bekanntmachung ihres Shops bzw. ihres Namens zu konzentrieren. Denn nach einer Studie von Internet World Business bringen Suchmaschinen (45,9%) und Preisvergleichsdienste (24,7%) die meisten Kunden in die Onlineshops. Werbung in TV und Printmedien hingegen sorgen nur für 7,6% Zuwachs.
Damit diese einmal gewonnenen Kunden nun auch zu zahlender Kundschaft wird, muss eine umfassende Transparenz der Versandkosten und der Eigendarstellung des Händlers gegeben sein. Denn der häufigste Grund für einen Abbruch des Bestellvorgangs stellen zu hohe Versandkosten dar (49,5%), dicht gefolgt von mangelndem Vertrauen in die Seriosität des Händlers (40,2%). Dieses Vertrauen kann z.B. ein Prüfsiegel oder eine Hotline für Fragen und Beschwerden schaffen.
Weitere Gründe für einen Abbruch sind komplizierte Bestellvorgänge, Fälle, in denen die gewünschte Ware nicht verfügbar ist und unkomfortable Onlinebezahlung.
Jedoch kann auch der perfekte Onlineshop einen Einkaufsbummel durch die Stadt immer noch nicht ersetzen.
Die Longtail-Theorie hat sooo einen Bart. Trotzdem wissen einige noch nicht davon und ich stolpere gerade über ein schönes Beispiel dafür um die Theorie praxisnah zu erklären.
Jemand hat bemerkt, dass ein Online-Spezialversender für Schallplatten in der Summe viel mehr Umsatz mit “Ladenhütern” macht, als mit Bestsellern. Traditionell sagt die BWL durch Lagerzins, Kosten für Ladenmiete, Vertriebsbkosten u.ä., dass man Ladenhüter schnell abstoßen soll. Aber: Ist die Zeitkonstante lang genug, die Kosten gering genug, und erreicht man Liebhaber schnell genug, tritt der Longtail-Effekt ein. Grob gesagt.
Ein Praxisbeispiel erklärt es besser: Unter Brickarms.com kann man Waffen für Legomännchen kaufen. Wer zum Teufel kauft das?
Wäre das ein Ladengeschäft, wäre es sehr schnell insolvent. Im Internet bekommt man aber für solch ein extremes Nischenprodukt ausreichend Käufer. Die Lagerzinsen halten sich auch im Rahmen. Das Ergebnis sind hohe Umsätze und ggf. hohe Renditen, die bei Nischenprodukten normal sein sollten. Bingo.
Unter diesem Link findet man die schweizerische Stadt Solothurn in 3D und kann fast alle Läden virtuell begehen. Technisch sehr sauber gemacht. Kritiker stellen natürlich den Nutzen in Frage. Warum soll ich den Charme eines Einkaufbummels online erleben wollen. Ich persönlich denke eher an die Nutzen der möglichen Erweiterungen.
- Die Läden könnten auf aktuelle Angebote hinweisen (virtuelles Schaufenster)
- Läden mit Onlineshop könnten darüber Produkte verkaufen und man unterstützt als Kunde gleichzeitig einen “richtigen” Laden. Und weiß wo man bei Reklamationen auch aufschlagen könnte
- Ich kann mir eine Bar oder ein Restaurant vorher anschauen und entscheiden ob ich dieses besuchen möchte.
Was für eine coole Tennissocke ist der denn? Björn Borg verkauft seine Unterwäsche-Kollektion online. Jetzt hat man die Möglichkeit, seine alten Liebestöter nach Schweden zu schicken. Diese werden von dem Modeunternehmen in Paketen zusammengefasst und an einen Diktator der Wahl frei Haus geliefert. Davon, dass die alten Unterhosen gewaschen sein müssen, steht nichts auf der Website. Hier mitmachen. George W. Bush führt die Empfängerliste ziemlich unangefochten an.
Diese Aktion bringt dem Modehaus viele Besucher. Und wahrscheinlich auch Sie. Dann schauen sie sich gleich mal die Kollektion an.
Soziales Engagement + Produktorientierung + Mut + Witz + gute Umsetzung + kleines Budget = Advantage Borg.
Sorry, den konnte ich mir nicht verkneifen.
Wichtiger als Produktvielfalt ist einem Online-Shopper eine einfache Darstellung der Produkte. Funktionsvielfalt wird nicht gewünscht. Als “wichtig oder sehr wichtig” empfinden 85% die textlichen Zusatzinformationen, 72% die Produktinformationen (hier ist eine Zoomfunktion bei den Bildern gewünscht). 55% wünschen sich Kundenbewertungen als Entscheidungshilfe á la Amazon und Co.