Das wird Folgen haben: Ein Unternehmen hat per Gerichtsentscheid das Business-Netzwerk Xing zur Löschung des hinterlegten Unternehmensprofils gezwungen. Als Kommunikationsprofis finden wir das richtig. Und zwar aus dem schlichten Grund der mangelnden Kontrolle über die Darstellung. Xing aggregiert die verfügbaren Informationen zu einem Unternehmensprofil ohne das Unternehmen zu fragen, ob es das überhaupt wünscht. Und dann hat man keinerlei Kontrolle darüber, ohne dafür zu bezahlen. Unseres ist übrigens hier zu finden. Wie man sieht, haben wir kein Premium-Unternehmensprofil. Obwohl fünf Kollegen bei Wagnerwagner einen persönlichen Premium-Account für circa 70 EUR pro Jahr haben und sehr schätzen, ist uns diese Leistung hinsichtlich des Nutzens einfach zu teuer. Und diese Tatsache wird allen Besuchern angezeigt. Empfindlichere Naturen könnten von Erpressung sprechen à la “bezahl die Premiumleistung und dein Profil ist sauber”. Wir halten es einfach für unhöflich Daten zu nehmen, ohne einen Gegenwert zu bringen oder wenigstens einen Opt-Out vorzusehen.
Social Media ist offenbar das Top-Thema für das Jahr 2011. Laut einer Studie, die Promio.net im Auftrag der Email-Expo durchgeführt hat, betreiben 55 Prozent der befragten Unternehmen bereits jetzt Social-Media-Marketing, 38 Prozent wollen noch dieses Jahr in Facebook, Twitter & Co. investieren. Der Fokus der Maßnahmen liegt dabei klar auf der Kundenbindung und -aktivierung, direkter Verkauf spielt eher eine untergeordnete Rolle.
Das ist auch gut so, denn solche Ziele wären eine grobe Missachtung der Social-Media-Verhaltensregeln. Nur ehrliche Kommunikation ohne doppelten Boden wird honoriert. Wenn der Kanal wie eine Werbesendung daher kommt und die Posts nur penetrantes Eigenlob sind, kommt das nicht gut an. Nicht Eigendarstellung und Verkauf, sondern Dialog und Austausch sollten die Triebfedern einer Social-Media-Präsenz sein. Oft werden die daraus gewonnenen Erkenntnisse aber noch nicht in konkrete Maßnahmen umgesetzt.
Lamy reagiert schnell: Vor einigen Tagen war ein Video populär (fast 3 Mio Views), in dem der tschechische Präsident Vaclav Klaus während einer Pressekonferenz einen Stift klaut. Lamy nutzt dies für seine Unternehmenskommunikation und baut schnell ein virales Video daras. Der Titel lautet “Design, das verführt”. Hut ab!