Wir wagen eine Vorhersage, was sich in 2012 im Bereich Interactive-Design bzw. Webdesign entwickeln wird. Vorab und global: Gutes Design wird immer wichtiger werden. Die Besucher und Benutzer sind gutes Design gewohnt und strafen Mittelmaß durch Fernbleiben ab. Wenn das Aussehen und die durchdachte Bedienbarkeit der Online-Kommunikationsmaßnahme nicht gegeben ist, ist es schwer Reichweite zu bekommen oder die Besucher gar zum Wiederkommen zu animieren. Mit der Verbreitung und Nutzung von Smartphones, Pads und Datenflatrates werden wir Seiten sehen, die “Mobile First” als Strategie haben. Also ein Aufgreifen der Google-Strategie von 2009/10. Mobile Besucher werden wichtiger sein als andere. Vor allem bei Microsites zu speziellen Events oder Produkten wird diese Entwicklung Einzug halten.
Auf technischer Seite wird der konsequente Einsatz von HTML5-Techniken, Javascript und aufwändigem CSS vertieft. Als Benutzer merkt man das z.B. daran, dass Seiten auf verschiedene Auflösungen oder User-Aktionen schön und sinnvoll reagieren. Es wird sich alles “runder” anfühlen und “besser passen”. Und das ist gut so. Denn so macht alles mehr Spass und wird gerne genutzt. Die gefällige Bedienung wird garniert mit Webfonts oder sogar Handschrift und Scribbles. 2012 wird ein guter Jahrgang werden.
Für Designer heisst es nach wie vor auf der Höhe der technischen Entwicklung zu bleiben. Ein Print-Design “mal kurz” ins Web zu übertragen oder ggf. auf ein Pad wird nicht mehr funktionieren. Ausgiebige Fortbildung und Verständnis für die Technik ist daher unerlässlich. Designer müssen genau wissen was die Technik kann und was nicht.
Mustafas Döner aus Berlin hat einen wunderbaren Kinospot und eine schöne Website. Marketingverantwortliche lernen daraus gleich zwei Dinge:
1. Die Zeiten, in denen ein Spot unerschwinglich war, sind vorbei. Mit dem heutigen Equipment bekommt man mehr als respektable Ergebnisse. Und eine Schaltung z.B. im Kino ist ebenfalls in finanzieller Reichweite. Selbst für einen Dönerstand. Wenn man jetzt die Werber noch eine gute, mutige Idee entwickeln lässt, dann kann sich das Ergebnis sehen lassen und die gewünschte Werbewirkung entfalten. Bei einer nicht lokalen Zielgruppe gibt Youtube und Co den nötigen Push.
2. Natürlich wird eine Dönerbude nicht sämtliche Entwicklungs- und Kreationskosten dieses Spots tragen. Höchstwahrschein sind Mitarbeiter einer nahegelegenen Agentur wie z.B. Dojofuckingyeah regelmäßiger Kunde bei Mustafa und haben ihm vorgeschlagen Werbung für ihn zu machen. Der Kunde gibt seinen Markennamen und die Agentur darf sich austoben. Das Ergebnis ist gute Werbung für beide Beteiligte. Also: Selbst wenn Sie ein geringes Budget haben, sprechen Sie eine Agentur ihrer Wahl doch einmal auf eine Zusammenarbeit an.
Hier findet man aktuelle Zahlen zur Internetnutzung. Das ist zum einen immer hilfreich, wenn man zum Thema etwas sagen muss. Zum anderen findet diese Seite bei uns Beachtung, weil es ein schönes Beispiel dafür ist, wie man Informationen ansprechend aufbereitet. Um noch einen Tick technischer zu werden: Das Ganze ist mit Javascript umgesetzt und auf Flash wurde verzichtet. Falls man Animationen haben möchte, ist man also nicht immer auf Flash als Technologie angewiesen und kann so z.B. auch die Inhalte einem iPhone-Nutzer zugänglich machen.
Die Investition in Kommunikationsmaßnahmen jenseits der klassischen Kanäle lohnt sich bisweilen auch unter quantitativem Gesichtspunkt. Vor allem wenn sie, wie hier am Beispiel von DC Shoes, auch aufs Markenkonto einzahlen: Die Idee mit dem bekannten Fahrer Ken Block einen Drift-Spot in Hollywoods-Kinofabrik zu produzieren, bringt in einer Woche über 6 Mio Views. Da kann sich manch eine teure TV-Kampagne dahinter verstecken. Vor allem wenn es so gut aussieht:
Für B2B-Anbieter ist das nicht interessant? Viralspots waren 2003 schon out? Wir haben Ihnen ein regionales Gegenbeispiel fürs “über-den-Tellerrand-denken”: Mez-Technik aus Reutlingen. Die witzigen Bollywood-Filme haben über 2,5 Mio Views generiert. Und eine große Anzahl an Neukunden . Wir wissen das aus erster Quelle. Falls Sie die Clips noch nicht kennen, hier der erste Teil:
Die unterschiedlichen Bezahlmethoden sind immer wieder grundsätzliches Thema, wenn es bei unseren Kunden um Shopentwicklungen geht. Bei Vorkasse, Nachnahme oder auf Rechnung sind die Meinungen schnell verteilt. Die Vorteile und Nachteile von Diensten wie z.B. Sofortüberweisung.de, Kreditkarte oder Paypal als Alternativen muss man länger diskutieren. Nun ist Amazon (relativ leise) auf den Plan getreten und macht hier ein verlockendes Angebot: Der Kunde kann via Amazon-Login bezahlen.Für oftmals wenig geliebte Dienste wie Paypal – nicht erst seit dem Umgang mit Wikileaks in der Kritik – ein ernstzunehmender Wettbewerber. Noch sind wenige auf den Zug aufgesprungen. Wir raten aber, diese Entwicklung im Auge zu behalten. Größter Vorteil: Amazons Vertrauensstellung bei den Kunden ist nicht zu unterschätzen. Größter Nachteil: Amazon sieht was sie verkaufen. Und an wen.
Eine weltweit durchgeführte Studie hat das Kaufverhalten von Bio-Konsumenten untersucht. Danach ist die Verpackung nicht nur Kaufgrund, sondern auch Hauptinformationsquelle. Unsere Kunden Rose Biomanufaktur und Wheaty wird’s freuen.
In Deutschland, Frankreich und China vertrauen die Käufer besonders auf Zertifikate auf der Verpackung. Das zeigt, wie wichtig Glaubwürdigkeit in diesem Marktsegment ist, sowohl für die Marken als auch für die Zertifikate selbst. Interessant ist auch, dass die Öko-Klientel in allen Ländern außer den USA Produkte mit weniger Verpackung bevorzugt. Hier allerdings spiegelt sich unserer Meinung nach die Schwäche von Studien wider: Absicht und tatsächliches Verhalten sind nicht immer deckungsgleich – denn ob sich bei weniger Verpackung dann noch genügend Informationen und Zertifikate auf der Verpackung unterbringen lassen?
In Facebook sind längst auch Unternehmen aktiv und schöpfen ihre Möglichkeiten, mit Fans in Kontakt zu treten und neue anzulocken, voll aus. Oft versucht man mit schnellen Gewinnspielen, die sich meist direkt auf der Pinnwand abspielen, an neue Fans und Gefällt-mir-Klicks zu kommen. Das kann, wenn der richtige Preis winkt, tatsächlich schnell neue Fans bringen. Das kann aber auch ganz schnell schief gehen, weil man leichter gegen das Regelwerk für Promotions auf Facebook verstößt, als man denkt. Da die Zeiten, in denen Facebook einfach über solche Regelwidrigkeiten hinweggesehen hat vorbei sind, wird die Promotion oder sogar die komplette Unternehmensseite dann einfach gelöscht.
Folgende Dinge sollten Sie wissen:
Die Teilnahme an Gewinnspielen, Preisausschreiben und Verlosungen, zusammenfassend als Promotions bezeichnet, darf nicht automatisch durch einen Klick auf „Gefällt mir“ erfolgen
Es darf keine Facebook-Funktion zur Teilnahme am Gewinnspiel verwendet werden z.B: Bilder auf seiner Pinnwand veröffentlichen, einen Kommentar unter ein Bild schreiben, etc.
Gewinner der Promotion dürfen nicht über Facebook benachrichtigt werden z.B. über Facebook-Chat, -Nachrichten oder Pinnwand-Einträge in Profilen oder Seiten
Es muss eine vollständige Freistellung von Facebook von jedem Teilnehmer und der Promotion enthalten sein
Um eine Löschung zu vermeiden, gibt es ein paar einfache Regeln:
Promotions nur mittels einer Drittanwendung auf Facebook durchführen – d.h. nie auf seiner Pinnwand, sondern auf extra erstellten Canvasseiten oder Anwendungen auf dem Reiter einer Facebook-Seite
Der Zugriff auf diesen Reiter darf dann auch wieder auf Fans der Facebook-Seite beschränkt werden z.B. Werde Fan von Seite XY um am Wettbewerb teilnehmen zu können
Kontaktdaten der Teilnehmer nur über Drittanwendungen auf Facebook-Seiten erfassen
Das Gewinnspiel auf einer externen Seite veranstalten und von Facebook aus darauf hinweisen
Diese Regelungen erscheinen zunächst wie eine unnötige Hürde für Unternehmen. Allerdings hat sie eine berechtigte Schutzfunktion für die Facebook-Nutzer. Wer will schon ständig von seinen Freunden auf Facebook genötigt werden, ihn selber oder eine x-beliebige Seite zu mögen, nur damit mal wieder jemand einen iPod mehr zu Hause hat? Dieser penetrante Spam nervt nicht nur, er funktioniert auch nicht, weil die bloße Marketingstrategie zu leicht zu durchschauen ist – die Kritik lässt dann nicht lange auf sich warten.
Mit einem Konzept, das auf die Zielgruppe abgestimmt ist und einer reibungslosen Durchführung, kann eine Promotion allerdings sehr erfolgreich sein. Es lohnt sich deshalb hierbei immer, mit einem Profi zusammenzuarbeiten, und nicht einfach mal zu versuchen, bis Facebook einem auf die Finger klopft.
oder: Wie die Fluglinie Delta gezwungen wurde zu reagieren
Die Zeiten sind vorbei, in denen ein unzufriedener Kunde ein Kontaktformular ausgefüllt und daraufhin eine mehr oder weniger freundliche und hilfreiche Antwort erhalten hat. Inzwischen kann der Kunde die bisherige Eins-zu-eins-Situation aufbrechen. Er hat die Möglichkeit die Öffentlichkeit zu informieren und zu mobilisieren. Und er macht es. Die Zutaten: genügend Wut im Bauch, ein wenig übrige Zeit, ein Handy und einen Youtube-Login.
Letzten Montag sind die Soldaten in diesem Video von ihrem Kampfeinsatz in Afghanistan nach Hause geflogen. Beim Check-in hat man ihnen für Zusatzgepäck jeweils 200 Dollar berechnet. Schnell ein Video gemacht, an einige Bekannte geschickt und 200.000 Viewer und unzählige Kommentare auf allen Plattformen zwangen Delta zur Reaktion und zum Zurückrudern via Unternehmensblog. Alles innerhalb von 4 Tagen.
Lerneffekt:
Der unzufriedene Kunde darf niemals unterschätzt werden.
Jede Marke braucht mindestens eine Plattform um ebenso schnell reagieren zu können wie die Öffentlichkeit (Blog, Facebook, Twitter).
Im Unternehmen müssen für solche Fälle kommunikative Fast-Lanes bestehen, die selbständig und ohne Rückfragen Entscheidungen im Umgang mit einem solchen Fall treffen dürfen. Ja, auch am Wochenende. Denn 24 Stunden im Netz sind lang.
Hier ein Tweet von einem bekannten Hacker und Modder von Android-Telefonen. Andere Hersteller versuchen laufend Hacking und Modding ihrer Geräte zu unterbinden – siehe Apple, Microsoft und Sony. Samsung hat aber erkannt, dass die digitale Avantgarde eben nicht der Feind ist, sondern oftmals der beste Markenbotschafter. Und als solche wird diese nicht bekämpft, sondern unterstützt. Und wie der Tweet zeigt, geht die Taktik auf. Ein schönes Beispiel dafür, wie viel es bringt, wenn eine Marke die Zielgruppe (und die Kommunikation innerhalb dieser Gruppe) versteht und auf Kooperation setzt.
Das wird Folgen haben: Ein Unternehmen hat per Gerichtsentscheid das Business-Netzwerk Xing zur Löschung des hinterlegten Unternehmensprofils gezwungen. Als Kommunikationsprofis finden wir das richtig. Und zwar aus dem schlichten Grund der mangelnden Kontrolle über die Darstellung. Xing aggregiert die verfügbaren Informationen zu einem Unternehmensprofil ohne das Unternehmen zu fragen, ob es das überhaupt wünscht. Und dann hat man keinerlei Kontrolle darüber, ohne dafür zu bezahlen. Unseres ist übrigens hier zu finden. Wie man sieht, haben wir kein Premium-Unternehmensprofil. Obwohl fünf Kollegen bei Wagnerwagner einen persönlichen Premium-Account für circa 70 EUR pro Jahr haben und sehr schätzen, ist uns diese Leistung hinsichtlich des Nutzens einfach zu teuer. Und diese Tatsache wird allen Besuchern angezeigt. Empfindlichere Naturen könnten von Erpressung sprechen à la “bezahl die Premiumleistung und dein Profil ist sauber”. Wir halten es einfach für unhöflich Daten zu nehmen, ohne einen Gegenwert zu bringen oder wenigstens einen Opt-Out vorzusehen.
Social Media ist offenbar das Top-Thema für das Jahr 2011. Laut einer Studie, die Promio.net im Auftrag der Email-Expo durchgeführt hat, betreiben 55 Prozent der befragten Unternehmen bereits jetzt Social-Media-Marketing, 38 Prozent wollen noch dieses Jahr in Facebook, Twitter & Co. investieren. Der Fokus der Maßnahmen liegt dabei klar auf der Kundenbindung und -aktivierung, direkter Verkauf spielt eher eine untergeordnete Rolle.
Das ist auch gut so, denn solche Ziele wären eine grobe Missachtung der Social-Media-Verhaltensregeln. Nur ehrliche Kommunikation ohne doppelten Boden wird honoriert. Wenn der Kanal wie eine Werbesendung daher kommt und die Posts nur penetrantes Eigenlob sind, kommt das nicht gut an. Nicht Eigendarstellung und Verkauf, sondern Dialog und Austausch sollten die Triebfedern einer Social-Media-Präsenz sein. Oft werden die daraus gewonnenen Erkenntnisse aber noch nicht in konkrete Maßnahmen umgesetzt.
Lamy reagiert schnell: Vor einigen Tagen war ein Video populär (fast 3 Mio Views), in dem der tschechische Präsident Vaclav Klaus während einer Pressekonferenz einen Stift klaut. Lamy nutzt dies für seine Unternehmenskommunikation und baut schnell ein virales Video daras. Der Titel lautet “Design, das verführt”. Hut ab!
In den letzten Tagen müssen verschiedene Technologie-Unternehmen auf Datenpannen reagieren. Eine Zusammenstellung dieser “Krisen-PR” ist interessant und lehrreich, da es sich um ähnliche Probleme handelt und jedes Unternehmen unterschiedlich damit umgeht. So ziemlich jedes Unternehmen kann sich einmal in solch einem kommunikativen “Shitstorm” befinden und so ist es ratsam, die Schwächen auf Basis einer Markenanalyse zu kennen und vorbereitet zu sein. Selbst zwei unserer Kunden hat es bereits “erwischt” und eine offene und ehrliche Kommunikation hat am Ende mehr Sympathien gebracht als Kunden gekostet.
Unternehmen unter Feuer:
1. Apple
Der Gigant aus Cupertino sammelt Ortungsdaten auf dem iPhone. Das war schon länger bekannt, ist nun aber hochgekocht als ein Entwickler ein Werkzeug zum Auslesen dieser Daten zur Verfügung gestellt hat. Die erste, nicht offizielle Reaktion kommt von Steve Jobs via Mail, in der er darauf hinweist, dass Android das auch macht. Dann erklärt man den Vorgang lapidar als einen Fehler im System, die man beheben wird. Es folgen heute Statements der Konzernlenker. Anscheinend wird sich bald der Kongress damit beschäftigen.
Alles in allem ist das gewohnt Apple-like und kommt aus unserer Sicht arrogant daher. Aber die Masse an Fans lassen sich davon nicht stören und sind weiterhin aktive Markenbotschafter. Ein sehr interessanter kommunikativer Vorgang, den einige an das Stockholm-Syndrom erinnert.
2. TomTom
Der Hersteller von Navigationsgeräten hat anscheinend die anonymen Bewegungsdaten seiner Kunden an die niederländische Polizei verkauft, damit diese erkennt, wo man am besten Radarfallen aufstellt. Noch ist nicht klar, ob die Vereinbarung direkt getroffen wurde, oder ob die Polizei die Daten von anderen Käufern übernommen hat. Auf alle Fälle reagiert die Geschäftsleitung schnell und kompetent in einem Video – auch wenn die Entschuldigung ein wenig halbherzig daherkommt. Immerhin wirkt das besser als eine trockene Pressemitteilung.3. Sony
Bei Sony ist die Angelegenheit etwas heikler. Es besteht die Sorge, dass Millionen von Kreditkarten-Daten aus dem Playstation-Netzwerk gestohlen wurden. Mit dem Playstation-Netz können Spieler weltweit gegeneinander antreten und Spiele kaufen. Als erste Reaktion auf den “Einbruch” wurde das Netz kommentarlos abgeschalten. Nach und nach wurden Informationen über den Stand der Dinge herausgegeben. Jetzt plant man den Neustart und versichert, dass keine Kreditkarten-Daten gestohlen wurden. Trotzdem werden Sammelklagen von erzürnten Kunden vorbereitet.
Unsere Tipps für solche Krisen-Situationen:
- Treten Sie sofort und ohne Kompromisse an die verschiedenen Kanäle heran und geben Sie alle Informationen preis, die Sie haben. Salamitaktik beim Enthüllen der Probleme ist tödlich.
- Sprechen Sie nicht nur die Presse an, sondern auch Blogger. Diese sind meist schneller als Redaktionen.
- Reagieren Sie auf den Social-Web-Plattformen.
- Reagieren Sie persönlich und nicht via einfacher Pressemitteilung.
- Setzen Sie den auf Basis der bekannten Szenarien vorbereiteten Plan um. Hoffentlich haben Sie so einen in der Schublade liegen.
Das gibt es wohl nur in Amerika: Eine Rechtsanwaltskanzlei verklagt die Fastfood-Kette Taco Bell, mit der Behauptung, daß ihr Fleisch nur zu 33% aus Fleisch besteht. Nach Bekanntwerden dieser Anklage geht der Umsatz selbstverständlich merklich zurück. Nun hat das Gericht entschieden und Taco Bell in allen Punkten recht gegeben. Aber anstelle sich auf eine Pressemitteilung wie diese hier zu beschränken, schaltet das Company ganzseitige Anzeigen und fährt eine landesweite Kampagne (vor allem in den sozialen Medien), in denen sie eine Entschuldigung von den Rechtsanwälten fordert und vor allem darauf hinweist, wie hochwertig die Zutaten sind. Wir finden: Schön den Grillspieß umgedreht und weitaus mehr Impact generiert als mit einer reinen Kampagne, die das Thema Qualitäts-Zutaten hat.
Hintergedanke des Tages: Sollte das ganze eine fingierte Sache im Sinne des Suevertisings gewesen sein, dann wäre das eine neue Dimension. Wenn ein angeblicher Kunde Burgerking verklagt, weil der Chilliburger zu scharf ist, dann ist das witzig. Wenn es um die Verunsicherung von Millionen Kunden geht, dann hört der Spaß auf.
Expedia, einer der größten Reiseveranstalter der Welt, hat sich 2009 auf Basis einer Analyse gewundert, wieso eine Anzahl der Besucher ihren Kaufprozess auf der Website abbrechen. Dabei sind die Tester über ein kleines Eingabefeld “Company” gestolpert, in das viele Kunden den Namen ihrer Bank eingegeben haben. Daraufhin hat die Kreditkarte natürlich nicht mehr zum Karteninhaber gepasst und wurde zurückgewiesen. Expedia löschte dieses Feld testweise und das Ergebnis sind 12 Mio Dollar Mehreinnahmen pro Jahr. Jetzt kann man sich darüber streiten, ob bei der Entwicklung geschlafen wurde oder ob man die Dummheit der Kunden nicht kalkulieren kann. Aber wir denken, dass 12 Mio Dollar genug Argumente sind um den Grundsatz jeder Online-Entwicklung zu beachten: Benutzerfreundlichkeit. Und dann immer den Kreis aus Test, Analyse, Auswertung und Umsetzung der Verbesserungsmaßnahmen drehen. Dass z.B. die Bestellung bei Amazon so einfach von der Hand geht, ist viel Arbeit. Aber sie lohnt sich spätestens nach einem Blick in die Bücher.
Dtac, ein thailändischer Telefonprovider macht doch tatsächlich Werbung damit, ihre Produkte nicht zu benutzen: Handy ausschalten und mehr das Leben genießen. Das ist ein interessanter Ansatz. Mutig, überraschend und gutaussehend. Und anscheinend auch erfolgreich. Zumindest haben fast 2 Millionen Personen den Spot auf Youtube gesehen und extrem viele bekunden ihre Zustimmung.
Die isländische Tourismusagentur macht ihre Sache ausgesprochen gut. Neben den üblichen (und sauberen) Instrumenten schickt sie ein Musikvideo ins Rennen, in dem junge Menschen zu guter Musik in der ausgeprochen schönen Gegend rumhüpfen. Das ist der Anfang der Kommunikationskette. Der Clip steht auf der Videoplattform Vimeon und verlinkt dort auf eine spezielle Seite auf der isländische Musikfestivals und Mode thematisiert werden. Natürlich gibt es auch eine passende Facebookseite, welche die Fans täglich auf dem Laufenden hält. Die einfache Aufgabe “Mehr junge Menschen sollen in Island Urlaub machen” wurde hervorragend gelöst: Passende und authentische Ansprache, schöne Umsetzung, Potential zum Weiterleiten und den engen und stetigen Kontakt via Facebook.
Einige Zahlen der Kampagne:
- 50000 (!) Facebook-Fans
- 1,8 Mio Views auf Vimeo
- 200000 Views bei Youtube (Nebenbei: Vimeo ist oftmals die bessere Wahl)
- 6000 Likes bei Vimeo
- 300 Kommentare auf Vimeo (fast ausnahmslos positiv)
Es ist kein Geheimnis, dass oftmals in Unternehmen die Entwicklungsabteilung wenig mit dem Marketing spricht – und andersrum. Aber es ist immer ein Fehler, wenn es so läuft. Denn Festo zeigt hier ein Lehrstück, wie man das macht und was dabei herauskommt: Der SmartBird ist ein neu entwickelter Robotervogel. Festo nennt das einen bionischen Technologieträger und schaut sich vom Vorbild Silvermöwe neue Lösungswege für die Automation ab. Diese Studie ist also nicht nur nützlich, sondern auch so schön, dass das reichweitenstarke Technikblog Engadget einen Artikel darüber bringt. Die harten Zahlen sind aktuell über 800 Likes auf Facebook, mehr als 500 Tweets, 139 Kommentare und 32000 Views bei Youtube. Über die Zugriffe via Engaget kann man nur spekulieren. Als netter Nebeneffekt positioniert man sich als innovativer Arbeitgeber im umkämpften Markt um die besten Köpfe. Und damit ist das ein schönes Beispiel für B2B-Kommunikation, die auch außerhalb der definierten Zielgruppen wirkungsvoll ist.
Immer wieder werden wir von unseren Kunden gefragt, was wir aus datenschutzrechtlicher Sicht vom Einsatz von Google Analytics halten. Die derzeitige Lage ist etwas unscharf und man kann nicht sicher sein, ob Datenschützer dieses Thema nicht instrumentalisieren. Fakt ist, dass schon alleine durch die schiere Verbreitung, ein Verbot langwierig umzusetzen sein wird. Sollte diese Verbotswelle anrollen, wird man es merken. Trotzdem ist sinnvoll, frühzeitig Alternativen zu prüfen. Eine dieser Alternativen ist Piwik. Durch die Lagerung der Daten auf dem eigenen Webserver, umgeht man die umstrittene Sendung in die USA. Der Funktionsumfang ist mehr als annehmbar und lässt sich zudem noch anpassen bzw. erweitern. Für einen Großteil der Einsatzgebiete reicht dieser Umfang vollkommen aus. Was fehlt, ist selbstverständlich das implementierte Tracking der Google Adwords. Fazit: Momentan raten wir noch nicht vom Einsatz von Analytics ab. Schon alleine weil viele Websites der öffentlichen Hand die Google-Tools (oder eine Alternative einsetzen) die ebensolche Schwachstellen besitzt. Auch Webmaster oder Marketer dieser Anbieter möchten eben ihren Erfolg messen und ihr Angebot laufend verbessern.
Eine gute Hilfe der beiden amerikanischen Telefonprovider AT&T und Verizon: Kostenlose Anrufe und SMS aus den USA nach Japan.
Angekündigt nur in Pressemitteilungen hier und hier. Wir verzichten darauf, diese Aktion aus Kommunikationssicht zu bewerten.